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27.09.2018 11:31 Alter: 22 days

HÖRTRAINING FÜR ERWACHSENE

Mit Hörgeräten gut zu hören und zu verstehen erfolgt nicht auf Knopfdruck, sondern ist ein langandauernder Prozess, der vom Träger viel Geduld erfordert:


Die neuen Höreindrücke mit den Hörgeräten sind in der Tonhöhe und Lautstärke sowie im Klang völlig anders, als sie ursprünglich gelernt worden waren. Geräusche sind plötzlich sehr laut, Stimmen klingen gedämpft und an eine Unterhaltung im Auto bzw. Bus ist nicht zu denken. Der Gesprächspartner sitzt entweder vorne oder neben einem, das Mundbild fehlt und die Umgebungsgeräusche stören.

Es müssen die alten Hörmuster im Gedächtnis (Hörzentrum) mit den "neuen" verknüpft werden und die vielen Höreindrücke müssen neu bewertet und gespeichert werden.
Dieser Prozess des "Umlernens" und "Neulernens" ist oft sehr mühsam. Neulernen allein ist nicht so anstrengend.

Um das Gehirn rasch an diese neue Art des Hörens zu gewöhnen, hilft aber auf Dauer nur eines: das Tragen der Hörgeräte zu allen wachen Stunden!
Nur mit einer möglichst langen Tragedauer schafft es das Gehirn, sich ein sicheres Hörarchiv anzulegen.

Dennoch können trotz erfolgter Eingewöhnungsphase Schwierigkeiten bestehen bleiben. Erfahrungsgemäß ist meist das Sprachverstehen (mit Hintergrundlärm, in einer Gruppe oder bei größeren Entfernung) betroffen.

Die Abteilung Therapie am LZH bietet bei anhaltenden Schwierigkeiten Beratung, Unterstützung und Begleitung an. Der rote Faden dafür ist das Therapiekonzept von Angelika Fenkart (Leitung Therapie, Logopädie und Hörgeräteakustikerin, Tomatis Practitioner).

In einem Erst- bzw. Anamnesegespräch wird über Schwierigkeiten und realistische Erwartungen gesprochen. Eine einfache Hörprüfung gibt ein erstes Bild der Hörwahrnehmung des Klienten.

Darauf aufbauend werden in einem Zeitrahmen von drei bis fünf Therapiestunden die Bedürfnisse konkretisiert, Erwartungen angepasst und Übungsmöglichkeiten für zu Hause besprochen.

Diese sind sehr vielfältig und reichen vom einfachen "sich selber laut vorlesen", Hören im Störschall, von speziellen Übungen zur Lautunterscheidung, von der Arbeit mit Hörbüchern oder Hörtraining-App bis zum Telefontraining.

Obwohl wir uns an einem Konzept orientieren, sind die Stunden im Hörtraining sehr individuell und stark an die Bedürfnisse und Lebensumstände unserer Kunden angepasst und keine Therapie gleicht der anderen. Das macht die Arbeit ereignisreich und spannend.

Ganz nach dem Leitbild des LZH "Ziel unseres Wirkens ist es, Menschen zum Erblühen zu bringen und nicht so sehr Dinge zu perfektionieren", weisen wir unsere Klienten immer wieder darauf hin, dass viele Stolpersteine auch Hörende betreffen! Wir ermuntern sie auch immer dazu, ihre Behinderung nicht zu verstecken und ihre Umwelt darauf hinzuweisen.

Schwerhörig zu sein bedeutet nämlich nicht, ein schlechter Hörender zu sein, der ständig um Anpassung kämpfen muss. Unsere Klienten haben ein Recht darauf, schwerhörig zu sein und selbstbewusst für ihre Bedürfnisse einzustehen! (UN Behindertenrechtskonvention)

Abteilung Therapie
Elisabeth Zlimnig, Logopädin, Schriftdolmetscherin

Informationen und Anmeldungen zum Hörtraining:
LZH Hörtechnik GmbH, Feldgasse 24, 6850 Dornbirn
Tel. +43 5572 25733-21, Fax +43 5572 25733-4